Animated Architecture

Mittwoch, 05. Mai 2010, 21.00 Uhr, Gloria 2, Internationales Trickfilmfestival Stuttgart
Animated Architecture – Screening kuratiert von Cornelia und Holger Lund mit kuratorischer Assistenz von Elisabetta Enne und Roberto Barbieri

Bei unserer Forschung zum Thema „Visual Music“ ist deutlich geworden, dass sich im Bereich der Architekturvisualisierung grundlegende Veränderungen abzeichnen, die nicht zuletzt in eine Verbindung von musikalischen und filmischen Elementen unter dem Vorzeichen architektonischen Experimentierens münden. Als Beispiel seien hier die DVD-Produktionen des kanadischen Musik-Labels „cocosolidciti“ genannt, die urbanistische Visionen in der Form von Visual Music präsentieren.

Diese Entwicklung findet vor folgendem Hintergrund statt: In den letzten Jahren entwickelte sich mit digital animierte Visualisierungen von tatsächlichen Architekturprojekten oder von architektonischen Visionen eine neue visuelle Kultur im Bereich der Architektur.
Bei Präsentationen architektonischer Entwürfe im Ausstellungskontext sind Architekturvideos häufig schon zum Kern- oder Höhepunkt der Präsentation geworden, so etwa bei der Ausstellung im Schweizerischen Architekturmuseum zu Zaha Hadids geplantem Casino in Basel. Ferner haben sich etwa mit dem „International Festival for Architecture in Video/Beyond Media“ in Florenz oder dem „Architecture Film Festival Rotterdam“ Festivalplattformen für Architekturvideos etablieren können.

Die Visualisierungen integrieren auch Musik-, Grafik- und Textelemente in die Darstellung architektonischer Visionen. Visionen durchaus gemeint im wörtlichen Sinne als Sichtbarmachungen sowohl von Auftragsarchitektur als auch von freien Entwürfen und experimentellen Arbeiten.

Was die Videovisionen eint, ist der Zugriff auf nicht genuin mit der Architektur verbundene Medien (Video, Musik, Grafik) und mediale Gattungen (Animationsfilm, Musikvideo, Games) sowie die Entwicklung einer eigenen kurzfilmischen Sprache zur Darstellung architektonischer Sachverhalte jenseits des Architekturvideos als reinem Kommunikationswerkzeug. Entscheidend ist vielmehr die Verselbständigung, die inzwischen eingetreten ist: neben dem repräsentativen Video als Modellersatz erscheint immer stärker das fiktionale Video als experimenteller Freiraum.

Die ausgewählten Videos stammen von ArchitektInnen, jedoch nicht ausschließlich, da sich beispielsweise auch KünstlerInnen und DesignerInnen mit urbanistischen und architektonischen Fragen im Architekturvideo auseinandersetzen.

www.itfs.de

Filme:

Zeitguised, „Peripetics“, 2008, 3.20’

Andreas Martini, „Crest“, 2008, 1.30’

Limmat, „District 2: Edge 1“, 2006, 2’

Kaspar Astrup Schröder, „My Playground“ (Trailer), 2009, 6’

Johannes Guerreiro, „Twisted Reality“, 2008, 2’

Jan Schönwiesner, „Visual Music“, 2008, 4.20’ 

David Mozny, „Rahova“, 2009, 6.20’

Sergej Hein, „Berlin Block Tetris“, 2009, 1.30’

Julio Soto, „Invisible Cities“, 2003, 6’

Mirza & Butler,  „The Space between“ ,  2005, 12’

Quayola, „Architectural Density“, 2006, 4’

Semiconductor, „Matter in Motion“, 2008, 5.30’

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